Drei "Ikonen" der Dirigierwelt (auf deutsch)

Prof.Robert Reynolds begann mit Musik aus Lincolnshire Posy (Percy Grainger)

Satz II: Beginn ohne Worte ! Aha, Hier ist ein Profi an der Arbeit. Es ist wunderbar zu sehen, welch starke Energie Bob Reynolds produzieren kann ohne gross um sich zu schlagen. Spontaner Applaus für das Trompetensolo. Satz V: Zwischendurch lässt der Dirigent eine Aufnahme aus den Jahre 1920 spielen. Darauf ist der Komponist Percy Grainger als Sänger dieser Komposition zu Grunde liegenden Volksliedes zu hören. Eine wunderbare Einlage zugunsten eines besseren Verständnisses dieser Musik. Auch hier lässt der Dirigent spielen und unterbricht nur bei den gröbsten Fehlern. Satz IV: Professor Reynolds geht gleich zu Takt 20; er weiss wohl genau, wo es noch Training benötigt. Es gehört zum Besten, wie er über eine längere Phrase eine Spannung aufbauen und dann zur richtigen Zeit zur Auflösung bringen kann. Unter seiner Führung spielt das Orchester ausserordentlich kompakt und sehr diszipliniert.

 

Dr. Donald Hunsberger probt Musik aus der Symphonie in B (Paul Hindemith)

Donald Hunsberger beginnt mit Satz 2. Gleich zu Beginn möchte er die einzelnen Stimmen besser ausbalanciert haben. Seine Stimme wirkt sanft und sympathisch. Für das bessere Verständnis erklärt er seine Wünsche gerne in Bildern. Er zeigt auf, dass hier die Musik zu tanzen hätte und trotzdem auf den grossenBogen geachtet bzw. ausmusiziert werden muss. Er arbeitet analytisch und erklärt die Details in kleinen Schritten. Satz 3. Nach dem Start bricht er ab, denn die Fugato-Einsätze müssen transparenter ins Ganze hinein geflochten werden. Donald Hunsberger hat sehr klare Vorstellungen.

 

Prof. Frank Battisti und The First Suite (Gustav Holst)

Frank Battisti lässt alle Sätze durchspielen. Er dirigiert mit kleinen Gesten jedoch mit viel Energie. Seine attacca-Spielweise verleiht der Wiedergabe einen frischen Eindruck. Nun nimmt er sich die Zeit zu erklären.

In ruhiger Art und Weise erklärt er, was wo besser gemacht werden soll. Er spricht über elektrisieren, Phrasenbildung, pulsieren und zeigt den jungen Musikern, wie ernst es ihm ist was er sagt. Ein bemerkenswerter Lehrer! Frank Battisti probt sehr effizient und verbessert während das Orchester spielt; das macht seine Probe so lebendig.

 

Keine Frage, dass diese 3 Dirigenten ein höchstes Mass an Musikverständnis besitzen und es deshalb ein Vergnügen ist, ihnen zuzuhören und zuzuschauen. Und es ist inspirierend zu sehen, wie technisch sicher und musikalisch überlegen ihr Dirigat auch im hohen Alter daherkommt.

 

Ich möchte den Bericht nicht abschliessen ohne zu erwähnen, welch fantastisches Ensemble diesen Dirigenten zur Verfügung. stand. Erst seit 2 Tagen zusammen tönt das Ensemble schon erstaunlich homogen und dynamisch. Die Musiker zeigen sich von ihrer besten Seite; auf das Wesentliche fokussiert, flexibel und schon ziemlich professionell.

 

Unser aller Dank geht also an die drei Dirigier-Ikonen Frank Battisti, Donald Hunsberger und Bob Reynolds als auch an alle Mitglieder das Internationale Jugendblasorchester IYWO WASBE 2009.

 

Herzlich, Peter Bucher